Enabling People

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Stefanie Hornung, die Pressesprecherin von Zukunft Personal, Europas größte Fachmesse für Personalmanagement in Köln, hat mich gebeten an der Blogparade Digital Employee Experience #DigiEmX von Zukunft Personal teilzunehmen.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt bedeutet nicht nur eine technologische Herausforderung sondern auch Veränderung der Kultur, Veränderung der Arbeitsorganisation, Veränderung der Führung und Veränderung von Kompetenzen der Mitarbeitenden. Die Mitarbeitenden sind aber überwiegend noch nicht auf diese Veränderungen vorbereitet.

In einer Studie von Sopra Steria Consulting und der Universität Hamburg sagten 95% der befragten Entscheider, dass der Erfolg der digitalen Transformation maßgeblich von den Fähigkeient der Mitarbeitenden abhängt. D. h. den Digitalisierungsprozess aktiv mitgestalten – und zwar sowohl hinsichtlich interner Abläufe als auch bei der Interaktion mit externen Partnern und Kunden. Gleichwohl bescheinigten lediglich sieben Prozent der eigenen Belegschaft, sie sei gut vorbereitet auf die Herausforderungen der Digitalisierung. Somit fehlen den Mitarbeitenden digitale Skills. Die Unternehmen investieren an dieser Stelle offentsichtlich noch nicht genug.

Um diesen „Digital Skills Gap“ zu schließen, führt kaum ein Weg daran vorbei, die Mitarbeitenden „digital“ zu befähigen. Digital Empowerment heißt dieser facettenreiche Aufgabenkomplex. Die HR-Abteilungen befinden sich dabei in einer Sandwich-Position. Denn wie fast jede Abteilung muss sich auch das Personalwesen digital transformieren, bspw. mit neuen Recruiting-Tools. Auf der anderen Seite fällt der HR-Abteilung zugleich die Rolle eines Enablers zu, der die Belegschaften anderer Abteilungen durch geeignete Qualifizierungs- und Personalentwicklungskonzepte in die Lage versetzt, den digitalen Wandel des gesamten Unternehmens erfolgreich zu bewältigen.

Bei digitaler Befähigung geht es generell darum, altgewohnte Kommunikations- und Arbeitsweisen der Mitarbeitenden an die Erfordernisse der digitalen Ära anzupassen. Viele Manager, die in der Home-oeconomicus-Denke groß geworden sind, hängen einem in einem Menschenbild fest, das den Mitarbeitenden wenig zutraut. Die alten Mechanismen von Weisung und Kontrolle tragen in der „Digitalen Sphäre“ nicht mehr. Das bedeutet, künftig sind weniger klassische Führungskräfte gefragt, dafür mehr Menschen mit Führungskompetenz. Das sind Mitarbeitende, die unterschiedliche Interessen integrieren, Teams moderieren und Gruppen auf dialogischem Weg zur Lösung führen können. Eine Führungs-Alternative wären fluide Teams ohne Chefs, aber mit wechselnden Führungsrollen. Das Akronym V.U.C.A. (Abkürzung für volatility, uncertainty, complexity, ambiguity) beschreibt die veränderten Rahmenbedingungen der Umwelt, die uns heute umgibt. Diese Umwelt wird immer volatiler, unsicherer, komplexer und ist voller Ambiguität. Die Änderungen dieser Umwelt werden immer häufiger, schneller und extremer. Wir können immer weniger Vorhersagen über zukünftig zu erwartende Ereignisse treffen. Dazu wird die uns umgebende Umwelt immer verknüpfter, es spielen zunehmend mehr Abhängigkeiten in jede Thematik hinein. Die Faktenlage wird immer mehrdeutiger, es wird immer schwieriger, zutreffende und präzise Beurteilungen zu treffen. Hier ist Urteilskraft gefragt, um Dinge kritisch zu hinterfragen, um Wichtiges aus der Informationsmasse zu filtern und um Zusammenhänge zu erkennen.

Was man weiterhin braucht um als Mitarbeitender in einer komplexen Umgebung gewappnet zu sein ist Medienkompetenz, Risikokompetenz, Kreativität und die Fähigkeit digitale Teamfähigkeit zu entwickeln, d. h. virtuelle Projekte steuern können und durch geschicktes Netzwerken zum Erfolg führen können. Natürlich muss auch der Umgang mit agilen Methoden, bspw. Design Thinking, Business Modell Canvas oder Scrum und digitalen Tools wie etwa Trello oder Slack geschult werden.

Festzuhalten gilt: Qualifizierungsmaßnahmen sind dann umso erfolgreicher, je genauer die Inhalte und die Vermittlungsmethodik auf die konkreten Voraussetzungen der Teilnehmer zugeschnitten sind. Und zwar so, dass alle Kursabsolventen in der Lage sind, souverän mit digital gewandelten Prozessen umzugehen und den im Zuge der Digitalisierung meist verstärkten Kundenfokus ihrer jeweiligen Abteilung im Alltag mit Leben zu erfüllen.

 

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  1. […] Führung verschwendet Chancen, Talente, Potenziale und Intelligenz“, ist Bosbach überzeugt. Auch Stefan Bleses ist der Ansicht, dass Mechanismen wie Kontrolle und Weisung in der digitalen Ära nicht länger […]

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