HR hacken. Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche gewagt werden.

Human Resources Employment Job Teamwork Vision Concept

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Die Zukunft Personal, Europas größte Fachmesse für Personalmanagement in Köln, hat im gleichnamigen Blog zur Blogparade #HRLab aufgerufen und fragt: „Müssen Personaler zu Experimentier-Agents für Arbeiten 4.0 werden? Und wenn ja, wie?“

Digitalisierung, Big Data und die Industrie 4.0 werden die Arbeitswelt bis hin zu der Auflösung von Organisationen verändern. Human Relations muss darauf reagieren.

Die neue Arbeitswelt wird durch Netzwerke und Projektarbeit geprägt sein. In dieser Projektwirtschaft erbringen hochqualifizierte Spezialisten – Digital Worker – im Rahmen von Projektarbeit, Arbeitsleistung rund um die Welt.

Für Digital Worker wird Lernen und Selbstmanagement zur Metakompetenz. Lernen und Selbstmanagement entscheiden fortan über die Employability der Digital Worker. Wobei Employability noch ein Begriff aus Arbeiten 2.0 ist. Uniquability ist in Zukunft vermutlich der bessere Begriff um die „Marktfähigkeit“ von Digital Worker unter den Rahmenbedingungen von Arbeit 4.0 und Internet 4.0 zu beschreiben.

Denn Digital Worker werden sich immer wieder neu erfinden indem sie immer wieder etwas Neues lernen, Beziehungen aufbauen und pflegen, Wissen weitergeben und erweitern, unabhängig bleiben und sich somit selbst als immer gut verkaufsfähiges Produkt erhalten. Digital Worker arbeiteten überall. An die Stelle von Arbeitsverträgen treten Projektverträge.

Es entstehen Arbeitsplätze ohne eindeutige organisatorische Zugehörigkeit. Die traditionellen Arbeitsorte und -zeiten lösen sich auf. Nicht mehr die Organisationszugehörigkeit, sondern nur noch die fachliche Expertise wird Loyalitäten leiten. Die gelösten Bindungen führen auch zum Ende der Organisierbarkeit.

Organisationen werden sich nicht mehr entlang von Organigrammen strukturieren. Es wird einen Wandel von der Präsenz- zur Ergebniskultur geben. Organisationen mutieren zu Plattformen. Nicht nur für die Organisation bringt das Herausforderungen, sondern auch für Führung und für die HR.

Holacracy macht Entscheidungsprozesse schlank und Führungskräfte überflüssig. Netzwerke treten an die Stelle von Hierarchien. Wenn Büros nur noch zum Netzwerken dienen, löst sich die Bindung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf. Systematische Personalentwicklung wird so erschwert. Gleichzeitig steigen Erwartungen und Ansprüche der Mitarbeiter an unmittelbar nutzbare Qualifizierungen.

Externes Know-how zu integrieren wird zu einer wichtigen Aufgabe für HR. Die meisten Unternehmen stecken auch heute noch in ihren traditionellen hierarchischen Unternehmensstrukturen aus dem 20. Jahrhundert fest. Deshalb mein Aufruf an alle Organisationen: „Gründet schnell ein HRLab um die Rahmenbedingung für HR4.0 zu schaffen, sonst kommt ihr eines Morgens zur Arbeit und eure HR gibt es nicht mehr“.

 

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  1. […] „arbeiten 4.0“?, fragt Silke Glüsenkamp und empfiehlt dazu den Input von Gunter Dueck. Stefan Bleses beschreibt die neue Arbeitswelt der Digital Worker, in der Organisationen zu Plattformen mutieren. […]

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