Stressprävention: Wege aus der Ausweglosigkeit, Teil 2

Alle reden über Stress und Burnout in der Arbeitswelt. In diesem 3-teiligen Beitrag erfahren Sie, wie Stress und Burnout entstehen und welche Strategien es dagegen gibt. In Teil 1 erfahren Sie, wie Stress und Burnout entstehen, und wie sie definiert werden: Im 2. Teil werden Strategien und Methoden der Stressbewältigung dargestellt. Und im 3. Teil dieses Artikels wird eine Methode der Stressbewältigung vorgestellt.

Teil 2: Strategien und Methoden der Stressbewältigung

Vorbeugende Maßnahmen (Prävention) also die Stärkung von Ressourcen und Bewältigungsstrategien gegen Stress und Burnout machen am meisten Sinn, wenn alle Akteure daran beteiligt werden, also im Falle der Arbeit: Betrieb, Führungskräfte und Mitarbeiter. Es soll ja durchaus noch Unternehmen geben, in denen die Pflege des Fuhrparks und die Logistik einen höheren Stellenwert haben als die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Das kann nicht hingenommen werden.
Erfolgreich Präventionsmöglichkeiten zur Stressbewältigung müssen auf drei Ebenen durchgeführt werden. Auf der Ebene der Organisation, auf der Ebene der Führungskräfte und auf der Ebene der betroffenen Person.

  • Strategien und Methoden der Stressbewältigung auf der Organisationsebene sind Maßnahmen, die von der Unternehmensleitung bzw.
    deren beauftragten Stellen (z. B. Personalentwicklung) für das gesamte Unternehmen initiiert werden.
  • Strategien und Methoden der Stressbewältigung durch Führungshandeln sind Handlungen und Einstellungen der Führungskräfte, die geeignet sind, den Stress bei den Mitarbeitern des eigenen  Teams abzubauen.
  • Strategien und Methoden der Stressbewältigung durch Selbstaktivierung der Person sind Aktivitäten jedes einzelnen Mitarbeiters zur Förderung der individuellen Stressresistenz.

1.    Maßnahmen der Organisation zur Stressbewältigung:
Hier müssen Maßnahmen im Rahmen der Organisations- und Personalentwicklung mit Maßnahmen zur Gesundheitsförderung verknüpft werden, z. B.:

  • Analysen und Maßnahmen für ein konstruktives und salutogenes (gesundheitsförderliches) Betriebsklima, z. B. durch Beschäftigten- befragungen und Gesundheitszirkel.
  • Transparenz für betriebliche Abläufe schaffen.
  • Programme zur systematischen Führungskräfte-Qualifizierung mittels Workshops und Seminare zum Thema Stressbewältigung (Sensibilisierung für die Früherkennung von Stress und Burnout).
  • Ein angemessenes Belohnungssystem anbieten.
  • Angebote für die Mitarbeiter zur Stressbewältigung, bspw. Workshop betriebliches Stressmanagement.

2.    Maßnahmen zur Stressbewältigung durch Führungshandeln:
Die Führungskräfte der unteren und mittleren Ebene haben eine zentrale Mittlerrolle. Dies stellt eine enorme Herausforderung dar, der sich die Führungskräfte erst dann stellen können, wenn das Unternehmen sie mit entsprechenden Entwicklungs- und Qualifizierungsmaßnahmen darauf vorbereitet und unterstützt.

Wesentliche Aspekte des Führungshandelns zur Stressreduktion  sind:

  • Eindeutige und transparente Kommunikation und Information sowie die Vermittlung von Sinn und Bedeutung der Arbeitsaufgaben, der Arbeitsbedingungen, der Veränderungsprozesse etc.
  • Arbeitsaufgaben so gestalten, dass diese den Fähigkeiten und Stärken der Mitarbeiter entsprechen (Passung), sowie Entwicklung und Qualifizierung ermöglichen.
  • Mitarbeiterorientiertes, gesundheitsförderndes Führungshandeln durch Wertschätzung, Lob und Feedback geben.
  • Immer die Konflikte und die Probleme klären und den Mitarbeitern Rückendeckung nach außen geben.
  • Ein offenes Ohr für die Anliegen der Mitarbeiter haben, sowie der Kompetenz und Motivation der Mitarbeiter vertrauen.
  • Fairness vorleben und einfordern.

3.    Maßnahmen jedes einzelnen Mitarbeiters zur persönlichen Stressbewältigung
Um Stress und Burnout nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sowie die eigene Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten, bedarf es der Eigenverantwortung jedes  einzelnen Beschäftigten.

Um die persönliche Widerstandsfähigkeit zu stützen und zu fördern, sind folgende Maßnahmen und Verhaltensanpassungen zielführend:

  • Information über die IST-Situation des Unternehmens, die Entwicklungen und Veränderungen aktiv einholen (Holschuld).
  • Kollegen und Führenden Unterstützung anbieten, geben, holen und annehmen.
  • Eine positive Einstellung zum Lernen entwickeln sowie Lernmöglichkeiten suchen und annehmen.
  • Lernfortschritte oder die Bewältigung (neuer) Aufgaben registrieren und sich selbst dafür loben.
  • Selbsteinschätzung der Realität und ihre Chancen und Risiken im Gespräch mit Kollegen, Vorgesetzten und gegebenenfalls auch externen Personen überprüfen.
  • Einen aktiven, lösungsorientierten Umgang mit Problemen, Konflikten und (negativen) Emotionen pflegen oder erlernen.
  • Achtsamkeit trainieren.
  • Angebote zu Entspannung, Bewegung und Ernährung besuchen. Diese unterstützen ein gesundes Ausbalancieren der Arbeitsanforderungen und -herausforderungen.
  • Entwicklung von Resilienz (innere Widerstandskraft). Durch kontinuierliches Training, kann man Resilienz entwickeln, wird dadurch gelassener und schafft es mit Veränderungen, Widersprüchlichkeiten oder Rückschlägen besser umzugehen. Eine gute entwickelte Resilienz ist ein wirksames Mittel gegen Überforderungen, Stress und Burnout.

Diese Verhaltensanforderungen können in Seminaren und Workshops erlernt werden.
Ein Beispiel für ein Stressbewältigungsseminar folgt im dritten Teil dieses Artikels. Daran bleiben!

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