Verschwindende Berufe

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Als Folge der Digitalisierung gibt es viele neue Job-Möglichkeiten, wie Data-Scientist, Cloud-Spezialist oder App-Developer. Das alles sind Berufsbilder, die es teilweise erst seit wenigen Jahren gibt. Das Karriereportal CareerCast.com hat festgestellt, dass die neuen Arbeitsplätze im Zuge der Digitalisierung auf Kosten der alten Berufe gehen. In einer Studie auf der Basis von Daten vom „U.S. Bureau of Labor Statistics“ ist CareerCast.com der Frage nachgegangen, welche Berufe in ihrer Existenz stark gefährdet sind. Laut CareerCast.com sind vor allem Arbeitsplätze, die mit Papier zu tun haben gefährdet. Kriterien wie beispielsweise die Entwicklung des Durchschnittsgehalts oder der Ausblick auf Neueinstellungen in den kommenden Jahren wurden dieser Studie zugrunde gelegt. Hier sind die Top 10 der Studie im Überblick.

1.    Briefträger
Die zunehmende Online-Kommunikation dezimiert die Zahl der Briefträger. Urlaubsgrüße verschicken die Menschen zunehmend per WhatsApp. Briefe werden durch E-Mails ersetzt. CareerCast.com rechnet mit einem Einstellungsrückgang bei Briefträgern von 28 Prozent bis 2022.

2.    Landwirte
Auch die Landwirtschaft wird kontinuierlich digitalisiert. Digitale Technik erleichtert den Bauern das Leben. Äcker werden per GPS geerntet – und auch in der Tierhaltung geht es nicht mehr ohne IT. 2007 gab es noch rund 321.600 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, 2012 waren es rund 10,6 Prozent weniger. 19 Prozent weniger Landwirte bis 2022 prognostizieren die Analysten von CareerCast.com.

3.    Zählerableser
Für die Berufsgruppe der Zählerableser wird ebenfalls ein Einstellungsrückgang von 19 Prozent erwartet. Der Grund: Neue Messgeräte können den Versorgern die Daten der Verbraucher automatisch übermitteln. Smart Meter ist hier das digitale Stichwort.

4.    Zeitungsredakteur
Schrumpfende Auflagen und die zunehmende Digitalisierung machen gedruckten Medien zu schaffen. Das Medium Zeitung existiert mittlerweile in zwei Erscheinungsformen: der gedruckten und der elektronischen. Immer mehr Leser entscheiden sich für die elektronische Erscheinungsform. Menschen lesen beispielsweise ihre Nachrichten vermehrt auf Smartphones oder Tablets. 13 Prozent weniger Einstellungen prognostiziert CareerCast.com bis 2022.

5.    Reisebüromitarbeiter
Der Stellenwert der Reisebüros schrumpft seit Jahren. Online-Plattformen wie Expedia.de, Booking.com, Airbnb.de, Kayak.de oder Opodo.de sind daran schuld. Reisende suchen selbst nach dem passenden Flug und dem günstigen Hotel. Die Analysten von CareerCast.com gehen von einem Einstellungsrückgang beim Reisebüropersonal von 12 Prozent in den nächsten acht Jahren aus.

6.    Holzfäller
Technologische Neuerungen in der Holzindustrie sowie der zurückgehende Bedarf an Papier bedeutet weniger Nachfrage nach Holzzellstoff. Somit ist auch die Holzindustrie unter dem Einfluss vom Druck zum Digitalen. Ein Rückgang der Einstellungen von neun Prozent bei Holzfällern wird bis 2022 von CareerCast.com erwartet.

7.    Flugbegleiter
CareerCast.com prophezeit bis 2022 ein Einstellungsrückgang von sieben Prozent bei Flugbegleitern. Die Gründe für den Rückgang sehen die Autoren der Studie in Fusionen der Luftfahrtbranche und in weniger Flügen.

8.    Maschinenführer
Auch in Fabriken ist die Automatisierung längst nicht abgeschlossen – Maschinen verdrängen dort weiter Menschen. Maschinenführer müssen der Studie zufolge mit einem Einstellungsrückgang von sechs Prozent bis 2022 rechnen. Industrie 4.0 lässt grüßen!

9.    Druckerei-Mitarbeiter
Auch hier schreitet die Digitalisierung voran: Online-Zeitungen statt gedruckte Zeitungen, E-Books anstelle von Büchern. Beispielsweise wird der Handel weniger Kataloge produzieren, da Kunden über Online-Plattformen einkaufen. Die sinkende Nachfrage nach Papier hat auch hier Auswirkungen auf Neueinstellungen. CareerCast.com prophezeit einen Rückgang an Neueinstellungen in Druckereien von fünf Prozent.

10.    Steuerprüfer
Bis 2022 werden CareerCast.com zufolge vier Prozent weniger Finanzbeamte benötigt. Grund ist vor allem die Technisierung, die es den Arbeitgebern erlaubt, weniger Personal einzustellen. Steuererklärungen und Steueranmeldungen werden zunehmend über das Internet (ELSTER) abgegeben.

Arbeitswelt im Wandel
Durch die Digitaliserung verschwinden Berufe aber es entstehenauch neue Berufsbilder Der Wandel in der Arbeitswelt wird nicht nur durch die Digitalisierung beeinflußt. Die Menschen arbeiten kollaborativ von verschiedenen Orten aus am selben Projekt, viele Tätigkeiten werden von Maschinen ausgeführt und auch die 40-Stunden-Woche und ein fester Arbeitsplatz werden mehr und mehr in Frage gestellt.

 

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