Wo bleiben eigentlich unsere Utopien in Sachen Erwerbsarbeit?

Bildquelle: Fotolia.com [Urheber: Trueffelpix]

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Was noch am Neujahrstag die Autobahnen von Süd nach Nord mit seinen lackierten Kampfhunden verstopft hat, bevölkert schon wieder am ersten Arbeitstag im neuen Jahr die Lemminge – Trails, die vom Hauptbahnhof  in Frankfurt (und sonst wo) sternförmig in alle Richtungen abzweigen.

Sie marschieren mit grimmigen Gesichtern und im Stechschritt zu den zu den Fleischtrögen ihrer Erwerbsarbeit.

Mehr als 40 Jahre, nachdem die ersten Computer und Roboter am Arbeitsplatz aufgetaucht sind, scheint es noch immer oberstes gesellschaftliches Ziel zu sein, möglichst vielen Bürger den geregelten Achtstundentag zu sichern, inklusive morgens mit dem Auto im Stau zu stehen, oder in überfüllten Nahverkehrsmitteln zu schwitzen, mit Pappe artigem Kantinenessen zu kämpfen und 30 Tagen Urlaub im Jahr.

Mit der Automatisierung der Arbeitswelt verbanden wir ursprünglich die Hoffnung, dass wir alle weniger arbeiten müssen.

Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit stagniert bei knapp unter 40 Stunden. Die tatsächliche Arbeitsbelastung in den Familien hat sich deutlich erhöht, weil vermehrt beide Partner berufstätig sind (viele müssen das, weil ein Einkommen nicht mehr ausreicht). Always-On ist die Regel. Chronischer Zeitmangel ist zur Pandemie geworden, Burnout ebenfalls.

Gesellschaftliche Grundfrage neu verhandeln!

Die abermalige Welle der Automatisierung, die nun auf uns zurollt, bietet die Chance, eine gesellschaftliche Grundfrage neu zu verhandeln: Wie wollen wir arbeiten? Wollen wir die Produktivitätsgewinne, die uns die neue Generation von Computern und Robotern verheißt, in noch mehr Lebensstandard umwandeln – der tendenziell immer ungleicher verteilt sein wird zwischen Gewinnern und Verlierern der neuen Arbeitswelt? Oder investieren wir die Produktivitätsgewinne lieber in mehr Freiheit, mehr Muße, mehr Zeit zum Lernen, Lieben, Erziehen, Engagieren? Tätigkeiten, die uns Roboter niemals abnehmen werden.

Wie ist eure Meinung dazu?

1 Antwort
  1. Zeitarbeiter
    Zeitarbeiter says:

    Das ist wirklich ein sehr interessantes Thema! Das Ganze ist sehr schwierig zu beantworten. Mehr Freizeit wäre bestimmt sinnvoll. Heutzutage muss man sich seine Zeit wirklich genau einteilen. Roboter gibt es allerdings schon in fast jedem Bereich. Ich habe unlängst erst einen Artikel darüber gelesen, dass sie in Japan sogar schon teilweise im Schulunterricht als Lehrer eingesetzt werden.

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