Keine Angst vor der Zukunft – So werden Sie in drei Schritten krisenfester

Seit Corona unserer Leben beherrscht und negative Auswirkungen auf die Wirtschaft hat, hört man allenthalben von Zukunftsangst. Überfällt auch Sie manchmal die Sorge, wie alles werden soll in der Zukunft? Ob sie Ihren Job verlieren oder ob Sie es schaffen, mit Ihrem Unternehmen erfolgreich am Markt zu bestehen? Diese Angst vor der Zukunft kostet viel Kraft und kann dazu führen, die Übersicht zu verlieren und in Depressionen zu verfallen.

Im Zusammenhang mit Zukunftsangst ist oft davon die Rede, dass Menschen wie Organisationen in dieser Situation Resilienz beweisen müssen. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Materialforschung. Dort bezeichnet er Werkstoffe, die nach jeder Verformung wieder ihre ursprüngliche Form annehmen. Verhaltensforschende haben den Terminus inzwischen auf Menschen übertragen: Resilient ist demnach, wer sich von Stress, Krisen und Schicksalsschlägen nicht charakterlich verbiegen lässt, sondern das Beste daraus macht und immer wieder aufsteht.

Diese Metapher vom „Stehaufmännchen“ ist aus einem Grund sehr problematisch: Sie setzt jede Veränderung automatisch mit einem beinahe traumatischen Erlebnis gleich, das man am besten vermeiden, bzw. wegdrücken sollte. Die Wahrheit ist allerdings: Wir sind besser dran, wenn wir Veränderungen als das begreifen, was sie sind: ein Teil des Lebens. Was können Sie tun, um die Zukunft kraftvoll und mutig anzupacken? Wir empfehlen Ihnen dazu drei Schritte:

1. Schritt: Nutzen Sie Ihre Angst wie einen internen Berater

Zunächst müssen wir versuchen, unsere Ängste zu verstehen. Auf Corona bezogen, bedeutet Zukunftsangst: Die Furcht, mit dem was kommt nicht umgehen zu können. Zukunftsangst wird in diesem Fall ausgelöst durch starke Gefühle der Unsicherheit und Unklarheit. In unserer hoch komplexen Lebens- und Arbeitswelt mit ihren ständigen Veränderungen können wir nicht absehen, was auf uns zukommt und ob wir damit umgehen können. Und fühlen uns dadurch bedroht. Diese Bedrohung erzeugen wir durch unser Denken. Dieses Denken können wir beeinflussen und verändern. Das ist der Schlüssel zum Erfolg. Denn es geht darum, diese Zukunftsangst umzuwandeln in einen Antrieb und die Überzeugung, mit allem umgehen zu können, was auf uns zukommt.

Kämpfen Sie nicht gegen Ihre Angst an, sondern nehmen Sie wahr, dass sie da ist. Verstehen Sie die Angst als ein Warnsignal, das sie schützen will. Überlassen Sie nicht der Angst das Feld, sondern werden Sie aktiv. Stellen Sie dazu sich folgende Fragen:

  • Worauf will mich diese Angst aufmerksam machen?
  • Was sollte ich bedenken?
  • Was sollte ich tun oder lassen?

Durch die Auseinandersetzung mit diesen Fragen stärken Sie Ihre Überzeugung, dass Sie alles, was kommt, im Griff haben.

Wenn das, was uns am meisten lähmt die Angst ist, mit dem nicht umgehen zu können, was auf uns zukommt, dann ist der entscheidende Punkt, dass wir genau an dieser Überzeugung arbeiten. Wir müssen das feste Bewusstsein entwickeln, dass wir einen Weg finden mit allem umzugehen, egal, was die Zukunft bringt.

2. Schritt: Entwickeln Sie Adaptabilität (Anpassungsfähigkeit)

Adaptabilität ist unerlässlich für die feste Überzeugung, mit allem, was die Zukunft bringt, umgehen zu können. Gemeint ist damit die Fähigkeit,

  • selber Verantwortung zu übernehmen, rasch ins Handeln zu kommen und aktiv mit der neuen Situation umgehen anstatt abzuwarten, was passiert
  • die aktuelle Situation anzunehmen anstatt sich gegen sie zu sträuben.

Menschen, die anpassungsfähig sind, fragen sich: Was könnte das Gute an dieser Situation sein? Welche Möglichkeiten bieten sich dadurch für mich? Indem Sie sich auf das Positive konzentrieren, das in jeder Situation steckt, schaffen Sie es, immer wieder einen neuen Weg zu finden, den nächsten Schritt zu definieren und ihn zu gehen. So entwickeln Sie Ihre Anpassungsfähigkeit – indem Sie sich fragen:

  • Was genau macht mir Sorge, wenn ich an die Zukunft denke?
  • Was würde es mir ein bisschen leichter machen, mich der Zukunft zu stellen?

Mit dieser bejahenden Einstellung gelingt es Ihnen, kommende Herausforderungen furchtlos anzupacken und Ihre Überzeugung zu stärken, diese Herausforderung erfolgreich zu schaffen.

Unter Adaptabilität verstehen wir die Fähigkeit, angemessen auf veränderte oder sich verändernde Situationen zu reagieren und das Verhalten entsprechend anzupassen. Adaptabilität ist die vermutlich wichtigste Eigenschaft, um mit Wandel und Unsicherheit umzugehen. Das gilt nicht nur für privates Glück, sondern auch für beruflichen Erfolg – für Individuen ebenso wie für Unternehmen. Adaptabilität bedeutet auch zu lernen, wie wir neue Dinge angehen. Bereits Darwin fand heraus, dass weder die stärkste noch die intelligenteste Spezies überlebt – sondern diejenige, die am besten auf Veränderungen reagiert– warum tun wir uns mit Veränderungen oft so schwer? Lässt sich die Fähigkeit zur Anpassung trainieren – und wenn ja, wie?

Adaptabilität am Beispiel der Coronakrise:

  • Umdenken: Die Coronakrise nicht als temporäres Übel sehen, sondern fragen, wie sie längst überfällige Veränderungen beschleunigt
  • Investieren: Spätestens jetzt ist der Zeitpunkt, um in die digitale Infrastruktur zu investieren
  • Innovieren: Die Menschen haben aktuell gewisse Sorgen, Nöte und Unsicherheiten – und, ohne zynisch klingen zu wollen: Daraus ergeben sich Chancen für neue Geschäftsmodelle.

Die vier Felder Adaptabilität

FeldBedeutung des Feldes
StresstoleranzIn belastenden Situationen gelassen bleiben
Persönliche AnpassungsfähigkeitAnderen Standpunkten offen begegnen und eigene Ansichten hintergragen
Kulturelle AnpassungsfähigkeitAnderen Gruppen, Kulturen und Werten neugierig gegenübertreten
TransformationskompetenzNachhaltige Transformationskompetenz erwerben

Veränderungen lassen sich nicht vermeiden, darum müssen wir unsere Einstellungen zum Wandel ändern. Dazu empfehlen wir, sich bei jeder Veränderung sechs Fragen zu stellen:

  1. Welche Chancen bietet diese Veränderung?
  2. Wie könnte ich davon profitieren?
  3. Was liegt außerhalb meiner Kontrolle?
  4. Was habe ich unter Kontrolle?
  5. Welche kleine Tat könnte mich voranbringen?
  6. Was ist das beste Szenario?

Um Veränderungen zu erreichen, sollten wir nicht nach Stabilität streben, sondern nach Flexibilität. Dafür müssen wir uns auf eine gewisse Art selbst neu erfinden und, so anstrengend das bisweilen auch sein mag, auf Menschen, Orte, Ideen und Verhaltensweisen einlassen, die unseren Routinen und Gewohnheiten widersprechen. Dabei hilft es, Transformationskompetenz zu entwickeln.

3. Schritt: Entwickeln Sie Transformationskompetenz

Menschen sind dann veränderungskompetent, wenn sie in der Lage sind, zukünftige Ereignisse nicht als Bedrohung, sondern als Herausforderung zu sehen. Dabei hilft es,

  • die eigenen Fähigkeiten und Kompetenzen umfassend zu kennen und
  • in der Lage zu sein, diese Stärken in den verschiedensten Umfeldern und bei schnell wechselnden Anforderungen immer wieder adäquat einzusetzen.

Sie entwickeln Ihre Transformationskompetenz indem Sie sich fragen:

  • Wie reagiere ich typischerweise auf Veränderungen? Wie möchte ich darauf reagieren?
  • Welche meiner Stärken und Fähigkeiten könnte in der Situation hilfreich sein?

Die sechs Felder der Transformationskompetenz

FeldBedeutung des Feldes
SelbstlernkompetenzLernen können, ist die Voraussetzung für jeden weiteren Wissenszuwachs
SelbstführungskompetenzDiese Kompetenz beinhaltet Selbsterkenntnis, Selbstakzeptanz, Selbstverantwortung, Selbstfürsorge, Selbstregulierung und Selbstaktualisierung
Kritisches Denken„Kritisches Denken“ ermöglicht Ihnen zwischen vielen einzelnen Informationen, Phänomenen und Sachverhalten eigenständig Zusammenhänge zu erkennen und zu bewerten
RisikokompetenzDie Fähigkeit, informiert, kritisch und reflektiert mit bekannten und unbekannten Risiken der modernen technologischen Welt umzugehen
ProblemlösungskompetenzInnovative Lösungen für komplexe Probleme finden ist essentiell für Veränderungen
InnovationskompetenzMit Innovationstechniken Neues schaffen erzeugt Fortschritt

Wer sich auf die Zukunft vorbereiten will, muss sich von der Vergangenheit lösen.

Mit den drei Schritten: Umgang mit Angst, entwickeln von Anpassungsfähigkeit und erwerben von Transformationskompetenz gestalten Sie Ihre Basis, „um die Zukunft im Griff zu haben“. So können Sie den Veränderungen, die die Zukunft bringt, gut gewappnet entgegentreten.

Nutzen Sie dieses Wissen und denken Sie immer daran, wenn Sie die Angst überkommt, dass Ihnen Ihre Stärken helfen, diese Situation zu meistern.

Angstfreiheit, Adaptabilität und Transformationskompetenz lassen sich lernen. Buchen Sie unsere Kurse dazu.

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